100GbE-Schnittstelle

100GbE-Schnittstellen werden von der Ethernet-Arbeitsgruppe 802.3ba für 100-Gigabit-Ethernet spezifiziert. Die Schnittstellenbezeichnungen unterliegen einer vorgegebenen Ethernet-Nomenklatur die aus der Abkürzung 100GBase besteht, gefolgt von einer Variantenbezeichnung, bestehend aus zwei Buchstaben und einer Ziffer, z.B. 100GBase-SR-4. 100G steht für 100 Gigabit pro Sekunde und BASE für Basisband, in der Buchstabenkombination steht der erste Buchstabe für das Übertragungsmedium und die Länge, der zweite Buchstabe (R) für die 64B/66B-Codierung und die Ziffer sagt aus, mit wie viel parallelen Leitungen die Schnittstelle arbeitet.


Die Schnittstellen für Lichtwellenleiter

In der ersten Phase hat 802.3ba drei LwL-Schnittstellen spezifiziert. Und zwar für Monomodefasern die Schnittstellen 100GBase-ER4 und 100GBase-LR4, bei denen über vier WDM-Pfade einer Monomodefaser jeweils 25 Gbit/s übertragen werden. Diese Varianten sind für Entfernungen von 40 km und 10 km ausgelegt und zielen auf den Einsatz in Metro-Netzen. Darüber hinaus gibt es für Multimodefasern mit den OM-Klassen 3 und 4 die 100GBase-SR10, die über zehn Wellenlängenmultiplex-Pfade oder zehn Multimodefasern jeweils 10 Gbit/s überträgt.

Schnittstellen für 100GbE

Schnittstellen für 100GbE

100GbE über Kupferkabel

Was die Übertragung über Twinaxial-Kabel betrifft, so gibt es für 40-Gigabit-Ethernet die Schnittstelle 40GBase-CR4, die mit vier parallelen Kupferleitungen mit jeweils 10 Gbit/s arbeitet, und für 100-Gigabit-Ethernet die 100GBase-CR10, die mit zehn parallelen Leitungen mit jeweils 10 Gbit/s arbeitet. Beide physikalischen Kupfer-Schnittstellen unterstützen Entfernungen bis 10 m und zielen ebenso wie die Lösungen mit Multimodefasern auf Core- und Aggregation-Anwendungen in Rechenzentren. Technisch realisiert werden die 100GbE-Schnittstellen mit optischen Transceivern in steckbaren CXP- oder CFP-Modulen.

CFP-Modul für 100-Gigabit-Ethernet, Foto: gazettabyte.com

CFP-Modul für 100-Gigabit-Ethernet, Foto: gazettabyte.com

Nach 2010 wurden weitere 100-Gigabit-Ethernet-Schnittstellen spezifiziert, und zwar 100GBase-KR4, 100GBase-CR4, 100GBase-SR4 und 100GBase-FR4. Diese Schnittstellen werden als 100GbE-Schnittstellen der 2. Generation bezeichnet. 100GBase-KR4 ist für Backplanes und überträgt 4 x 25 Gbit/s, 100GBase-CR4 ist eine Kupferkabel-Schnittstelle mit 4 x 25 Gbit/s, 100GBase-SR4 ist für vier Multimodefasern der OM-Klasse 3 und 100GBase-FR4 für 4 x 25 Gbit/s über Monomodefaser mit einer überbrückbaren Entfernung von 2 km. Das 100 Gigabit Attachment Unit Interface (CAUI) ist in QSFP-Modulen und CFP-Modulen.

Später wurden von der Arbeitsgruppe 802.3cd die Schnittstellen für 100-Gigabit-Ethernet nochmals ergänzt und zwar in Bezug auf eine höhere Datenrate. So können 100 Gigabit über die Schnittstelle 100GBase-CR2 über zwei Lanes, 100GBase-KR2 unterstützt Backplane-Ethernet in Rechenzentren, 100GBase-DR kann 100GbE über eine Monomode-Lane aus zwei Monomodefasern übertragen und über 100GBase-SR2 erfolgt die Übertragung über zwei Lanes, bestehend aus vier Multimodefasern.

Auf Basis der genannten Techniken können auch 200-Gigabit-Ethernet (200GbE) übertragen werden. Dafür stehen folgende Schnittstellen zur Verfügung: 200GBase-CR4 mit vier Lanes aus Twinaxial-Kabel, 200GBase-KR4 für Backplanes und 200GBase-SR4 über acht Multimodefasern.

Informationen zum Artikel
Deutsch: 100GbE-Schnittstelle
Englisch: 100GbE interface
Veröffentlicht: 21.03.2017
Wörter: 448
Tags: #10-Gigabit-Ethernet
Links: 100GBase-CR10, 100GBase-CR2, 100GBase-CR4, 100GBase-DR, 100GBase-ER4