08.09.2008

 Zürich und die Fußball Europameisterschaft:

23.05.08

Kategorie: IT-Sicherheit

Lothar Lochmaier zum Thema Auch die Einsatzkräfte müssen sich an gewisse Spielregeln in der IT halten

Teil II

Hoffentlich werden die Beamten nicht zu sehr durch die auch auf mobile Endgeräte übertragenen Spiele während der Euro abgelenkt. Das könnte Teuro werden. Denn der Schweizer Fernsehnetzbetreiber Swisscom Broadcast AG will den Aufbau eines lokalen DVB-H-Sendenetzes pünktlich zu Beginn des Events in vier großen Städten aufnehmen.

Hoffen wir, dass es bei der Übertragung ins mobile TV-Netz nicht zum organisatorisch bedingten De-nial-of-Service kommt. Denn wir erinnern uns, schon einmal zur Fußball WM in Deutschland wurden uns derartige Segnungen versprochen, leider klappt das mit der zügigen Realisierung nicht immer. Die technischen Fakten kurz bevor der erste Ball rollt, klingen jedenfalls nur allzu verführerisch.

Das liest sich dann so: Zu den wichtigsten Merkmalen der DVB-H-Sender gehört der Adaptive Digital Corrector, der automatisch die Sendeleistung optimiert. Das klingt natürlich einleuchtend, oder? Und weiter im Text: Erhältlich sind die störungssicheren und kompakten Systeme in Versionen von 30 Watt bis 1500 Watt Ausgangsleistung, inklusive Luftkühlung.

Mehrere drahtlose Punkt-zu-Punkt-Zugangssysteme sorgen für die Übertragung der asynchronen seriellen Schnittstelle, die per Internet-Protokoll an die Sender übertragen wird. Ob das mal gut geht? Die Hoffnung stirbt zuletzt: Stellt man die Schweizer Beharrlichkeit und Bierruhe in Rechnung, könnte das im Gegensatz zum in Deutschland immer wieder verschobenen Start vom mobilen Handyfernsehen der Marke DVB-H durchaus klappen. Bleiben wir einfach mal optimistisch.

Doch auch für die Polizisten vor Ort ist vom mobilen Kommandostand auf der Straße nicht alles erlaubt, obwohl natürlich die kleinen Alleskönner in der Westentasche von den Revieroberen nur schwerlich zu kontrollieren sind. Aber glücklicherweise dürfen die Beamten nicht direkt vom Fahrzeug aus surfen.

Denn im Netz lauern die bekannten Phishing- und Pharming-Varianten, die pünktlich zu derartigen Großevents von der Malware-Industrie verbreitet werden, so als ob das Endspiel schon vor dem Start bevor stünde. Den gierigen Akteuren stehen zahlreiche freiwillige Helfer zur Verfügung, die allerdings etwas besser bezahlt sind als die vielen Volunteers bei Olympia der der Fußball EM.

Also Vorsicht beim Klicken auf die vermeintlich attraktiven Fanseiten der Fußball Stars wie Ronaldo und Co. Zu hoffen bleibt vor allem eines: Hoffentlich gelangt kein Rootkit an die Beamten der lokalen Polizei in Zürich. Diese sollen zwar die mobile IP-Technologie im Einsatzfahrzeug möglichst problemlos nutzen. Allerdings bezieht sich dies nicht auf die Fahrt selbst. Der Fahrer soll nämlich lediglich im Parkzustand auf die Datenkonsole zugreifen.

Dies soll den Funkverkehr entlasten, ohne dass das Fahrzeug durch einen abgelenkten Beamten selbst zum Sicherheitsrisiko wird. Dabei gilt es, Übertragungsfehler tunlichst zu vermeiden. Der Zugriff auf die Applikationen und Kommunikationskanälen ist mit beliebigen Endgeräten wie Car-PC, IP-Videokameras, Drucker und anderen Geräten aus möglich, und zwar unabhängig von Provider und Übertragungs-standards.

Voraussetzung hierfür ist allerdings eine stabile Netzwerkplattform, was in der Praxis gar nicht so einfach ist. Noch nicht gewünscht von den Initiatoren ist bislang eben jenes aufwändige Berichtswesen per E-Mail direkt aus dem Fahrzeug heraus. Kein Wunder bei dem heutigen Spamrisiko in den weltweiten Datennetzen.

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