21.07.2008

 Droht die IT-Sicherheit große Sportevents zu überlagern?

20.05.08

Kategorie: IT-Sicherheit

Lothar Lochmaier zum Thema Zürich setzt im Gegensatz zu Peking nur auf temporären Hochsicherheitstrakt

Teil I

Fallbeispiel Fußball EM 2008:

Wenige Wochen vor Beginn haben Schweizer Hooligans in Basel durch nationale Ausschreitungen ein negatives Schlaglicht auf die Fußball Europameisterschaft geworfen. Dennoch übt sich etwa die Stadt Zürich in demonstrativer Gelassenheit - und vermeidet den überzogenen Überwachungsstaat während der Spiele.

Während Peking sich also weiterhin nicht nur für die Spiele, sondern auch auf einen ausgedehnten Überwachungsstaat während der Olympiade vorbereitet, dominiert sowohl in der Schweiz als auch in Österreich wenige Wochen vor Beginn der Fußball Europameisterschaft eher der sanfte Pragmatismus im Hintergrund.

So kommt die intelligente Videoanalyse etwa in Zürich nur an ausgewählten und neuralgischen Punkten zum Einsatz. Eine Rund-um-Überwachung der ganzen Stadt ist demnach nicht das Ziel der Behörden, versichern mir die Verantwortlichen im persönlichen Gespräch. Insgesamt elf Videokameras decken folglich nur jenen Teil der öffentlichen Sphäre ab, der unmittelbar mit den Spielen in Verbindung steht, also den Bereich der Fan Meile und das Public Viewing.

Dennoch gilt die Maßgabe, in potentiellen Krisensituationen relevante Daten quasi in Echtzeit vor Ort bereit zu halten. Dazu experimentieren die Verantwortlichen in Zürich bereits seit fünf Jahren mit mobiler IP-Technologie. Dies betrifft den Zugriff auf Datenbanken und Systeme von Seiten unterschiedlicher Behörden wie dem Kanton, Bund und der Stadtverwaltung.

Am Ende der Prozesskette steht der multimediale vernetzte Außendienst. Sprich, in den mit allerlei Hightech üppig ausgestatteten Polizeifahrzeugen lassen sich etwa Personalien oder Fahrzeugdaten sofort eruieren und vergleichen, was die Flexibilität bei sich rasch veränderten Lagebildern vor Ort deutlich erhöhen soll.

Bereits im Jahr 2003 testete die Zürcher Stadtpolizei ein System zur automatischen Fahr-zeug-Nummern-Erkennung (AFNES). Dieses erreichte anfänglich nur eine Leserate von 30 bis 35 Prozent aller Fahrzeuge. Durch den Einsatz der automatischen Erkennung beträgt diese heute jedoch rund 80 Prozent. Die Steigerung ist vor allem auf bessere Sensorchips und Bildauflösung zurück zu führen.

Was die mobile Kommunikation angeht, so unterstützt die offen konzipierte IT-Lösung die mobilen Einsatzkräfte dabei analog zu professionellen Business-Standards. Vertreten sind unterschiedliche Funktionalitäten wie GPS-Ortung, Flottenmanagement und mobile Navigation. Vom mobilen Kom-mandostand aus ist auch die Nummernerkennung bzw. der automatische Datenabgleich mit der zentralen Zulassungsstelle in Bern möglich, um verdächtige Fahrzeuge noch vor Ort zu identifizieren und zu überprüfen.

weiter lesen Teil II