Die Zukunft der IT-basierten Rundum-Überwachung bei Großevents
30.05.08
Lothar Lochmaier zum Thema Den Weg weist die Olympiade in London 2012
Teil IV
Großes Leinwandkino ist nicht nur Stoff für Träume - sprich bloße Science Fiction. So zeigte „Minority Report“ in einer beklemmenden Zukunftsvision, wie Strafverfolgungsbehörden versuchen, Morde und andere Gewaltverbrechen bereits im Vorfeld zu verhindern. Nämlich mit Hilfe hellseherisch begabter Mitbürger.
Besagte hellseherisch begabte menschliche „Medien“ sahen in der Erfolgsverfilmung mit Tom Cruise sogar den Zeitpunkt der Morde voraus. Die Polizei zog deren Visionen heran, um die zukünftigen Täter zu ermitteln. Eigentlich war dieser Plot nur als Rohmaterial für die Phantasie von Romanautoren gedacht.
Dennoch ist heute die Realität der modernen Strafverfolgung davon gar nicht so weit davon entfernt wie manche Zeitgenossen glauben. Gerade die großen Sportevents in diesem Jahrtausend zeigen, dass sie den Alltag immer mehr mit ihren neuen Überwachungstechnologien durchdringen. Vier Jahre vor dem Großereignis der Sommer-Olympiade haben die derzeitigen Entwicklungstendenzen einer zunehmenden staatlichen Überwachung in Großbritannien durchaus ein bedrohliches Ausmaß angenommen.
Denn das politische Ziel der Regierung besteht kaum mehr darin, begangene Straftaten aufzuklären, sondern diese durch fragwürdige Überwachungssysteme schon im Vorfeld zu unterbinden. Polizeiarbeit hat sich einem Paradigmenwandel unterzogen und von der reaktiven Strafverfolgung in eine Art „vorbeugende Risikovermeidung“ gewandelt.
Zum Einsatz kommt dabei mit Blick auf die Olympischen Spiele in London 2012 auch Hightech, so etwa im vergangenen Jahr bereits bei einem harmlosen Musikfestival in Staffordshire der Mini-Hubschrauber eines deutschen Herstellers. Die ferngesteuerte Drohne ist nur ein Kilogramm schwer und mit einer hoch auflösenden Kamera sowie Sensoren ausgestattet.
Das Gerät kann Bilder aus der Luft über eine Videobrille direkt an das Bedienpersonal am Boden senden, so dass Beamte bei verdächtigen Aktivitäten nahezu in „real time“ einschreiten können. Dass es sich beim Thema Überwachungsstaat keineswegs um übertriebene Panikmache von ein paar übersensiblen Datenschützern handelt, zeigt sich in Großbritannien etwa daran, dass bereits Kinder und Jugendliche auf ein verdächtiges soziales Umfeld durchleuchtet werden.
Eine ausgereifte „Überwachungskultur“ soll der verbesserten Prävention den Weg bereiten. Der Begriff „Überwachungskultur“ hätte durchaus das Potenzial zum Unwort des Jahres – Überwachung und Kultur, wie soll das zusammen gehen?
weiter lesen Teil V

IT-Wissen Blogs
16.09.08, IT-Sicherheit
12.09.08, IT-Sicherheit

E-Book der Woche

Interessante Artikel













