OM-Klasse
OM (optical multimode)
Bei den OM-Klassen (Optical Multimode) handelt es sich um die standardisierte Klassifizierung von Lichtwellenleitern für die LwL-Verkabelung, vergleichbar der Klassifizierung von TP-Kabeln (Kategorie) für die strukturierte Verkabelung (EN 50173 und ISO/IEC 11801). Die Standardisierung, die die Verkabelung von Gigabit-Ethernet und 10-Gigabit-Ethernet unterstützen soll, wird von ISO/IEC durchgeführt und sah bis 2008 drei Klassen für Multimodefasern (OM1, OM2, OM3) und eine Klasse für Monomodefasern (OS1) vor. 2008 wurde als vierte OM-Klasse OM4 von IEEE 802.3ba für 40-Gigabit-Ethernet und 100-Gigabit-Ethernet spezifiziert, mit denen der steigende Bedarf an Bandbreite in Rechenzentren erfüllt werden soll.
In der Standardisierung sind unterschiedliche Vorgaben für Monomodefasern und Gradientenfasern berücksichtigt, ebenso werden die benutzten optischen Fenster mit ihren verschiedenen Anregebedingungen durch LEDs und Laser berücksichtigt. Die vier optischen Klassen haben minimale Übertragungslängen zwischen 300 m und 2.000 m.
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Faserkategorien gemäß EN 50173 bzw. ISO/IEC 11801 ![]() |
Für die optische Übertragung stehen in verschiedenen OM-Klassen die Wellenlängen von 850 nm und 1.300 nm zur Verfügung, die Dämpfungswerte sind in allen Klassen gleich, dagegen sind die Bandbreitenlängenprodukte sehr unterschiedlich. Für OM1 ist bei 850 nm ein Bandbreitenlängenprodukt von 200 MHz x km spezifiziert, OM2 hat eines von 500 MHz x km und OM3 eignet sich mit einer Modal Bandwidth von 2 GHz x km. OM3 wird allerdings mit einem VCSEL-Laser spezifiziert, der wesentlich effizienter arbeitet als andere Laser, die in Verbindung mit Monomodefasern verwendet werden. In dieser Konfiguration können bei 10-Gigabit-Ethernet Entfernungen von 300 m überbrückt werden. Wobei dies nur durch Einhaltung der äußerst engen Grenzwerte für die Differential Mode Delay (DMD) sichergestellt wird.
OM4 ist für 40- und 100-Gigabit-Ethernet und verfügt über eine Modal Bandwidth von 4,5 GHz x km. An der Standardisierung des Lichtwellenleiters nach OM4 arbeiten die Telecommunications Industry Association (TIA) und die International Electrotechnical Commission (IEC). IEEE 802.3ba hat ein Physical Medium Dependent (PMD) mit paralleler optischer Übertragung mit mehreren VCSEL-Lasern mit einer Wellenlänge von 850 nm spezifiziert. Bei dieser Paralleltechnik werden vier bzw. zehn 10-Gbit/s-Signale für 40- bzw. 100 Gigabit parallel übertragen. In dieser Konstellation können mit OM3-Multimodefasern 100 m überbrückt werden. Da das aber nur ca. 80 % der Anwendungen in Rechenzentren abdeckt, wurde die OM4-Faser für diese Anwendungen vorgesehen, die es auf 125 m bringt. Die 25 zusätzlichen Meter sind entscheidend um die restlichen Anwendungen abzudecken.




