asynchronous transfer mode

ATM (Asynchroner Übertragungsmodus )

ATM ist eine vermittelnde, verbindungsorientierte Basistechnologie für Weitverkehrsnetze und LANs, mit der zeitkritische Applikationen übertragen werden können. Über diese Technologie können Sprache und Daten übertragen werden, aber ebenso Multimedia, Audio, Video, interaktives Fernsehen, Videokonferenzen u.v.m. Mit ATM können unterschiedliche Übertragungsgeschwindigkeiten, Netzausdehnungen und Dienste mit unterschiedlichen Dienstgüten und geringen kalkulierbaren Verzögerungen realisiert werden. Diese Möglichkeiten bietet ATM aufgrund der Zeittransparenz und der Skalierbarkeit.

ATM wurde zunächst als Switching-Technologie für Weitverkehrsnetze (WAN) u. a. B-ISDN entwickelt und hat seinen Anwendungsbereich seit 1991 auch auf die Lokalen Netze (LAN) ausgedehnt.

Systemarchitektur des B-ISDN
Systemarchitektur des B-ISDN lexikon, kompendium, computer, it, elektronik

ATM benutzt zum Datentransport Datenpakete fester Längen, so genannte Zellen. Die ATM-Zellen lassen sich wesentlich effizienter und schneller als Datenpakete mit variablen Längen in Vermittlungseinheiten verarbeiten. Das Zellenkonzept ermöglicht massiv parallele Architekturen von Zellen-Vermittlungseinheiten, den ATM-Schalteinheiten, und die Realisierung von Netzwerken mit Datenraten im Gigabit-Bereich.

ATM ist als eine der wenigen Technologien für Hochgeschwindigkeitsnetze in der Lage, Datenströme unterschiedlicher Bitraten flexibel zu übertragen und zu vermitteln.

Das Prinzip von ATM
Das Prinzip von ATM lexikon, kompendium, computer, it, elektronik

ATM eröffnet aufgrund seiner Architektur die Möglichkeit, ATM-Datenraten bis an die physikalischen Grenzen zu realisieren. Im Fall der Übertragung über Lichtwellenleiter steht dabei die enorme Übertragungsbandbreite von etwa 30 THz (10exp12 Hz) zur Verfügung. In Forschungslabors wurden schon ATM-Schalteinheiten mit Verarbeitungsgeschwindigkeiten bis zu 1 Tbit/s realisiert.

ATM ist eine Datenübertragungstechnik, die zur Familie der zellenvermittelnden Systeme (Cell-Relay) gehört. Im Gegensatz zu paketvermittelnden Systemen wie X.25, in denen Datenpakete variabler Länge über eine Leitungsschnittstelle gemultiplext werden, ist die Länge der Cell-Relay-Datenpakete fest.

ATM-Anpassungen an das öffentliche ATM-Netz
ATM-Anpassungen an das öffentliche ATM-Netz lexikon, kompendium, computer, it, elektronik

ATM repräsentiert nun eine bestimmte Implementation von Cell-Relay, und zwar diejenige, die für die Spezifikation des B-ISDN-Standards ausgewählt wurde. ATM ist also ein Teil der ITU-Spezifikation für B-ISDN. Dies erkennt man auch am ATM-Schichtenmodell, das von ITU formuliert wurde und die genauen Spezifikationen der Funktionen und Schnittstellen beinhaltet. Obwohl es weitestgehend an das OSI-Referenzmodell angelehnt ist, ist es längst nicht so linear aufgebaut wie dieses.

Als Übertragungsmedien beschreibt der ISO/IEC-Standard IS 11801 Strategien für die ATM-Verkabelung.

Das verwendete Übertragungsmedium wird in einer Teilschicht der physikalischen Schicht formuliert, in der Physical Medium Sublayer (PM).

Übertragungsmedien und Datenraten in ATM-Netzwerken
Übertragungsmedien und Datenraten in ATM-Netzwerken lexikon, kompendium, computer, it, elektronik

Die Normierung von ATM wird getragen von der ITU-TS (früher CCITT) Subgroup (SG) XIII und durch die ANSI-Arbeitsgruppe T1. Neben diesen beiden Gremien hat sich das ATM-Forum zur Aufgabe gemacht, die Einführung von ATM durch Interoperabilitäts-Spezifikationen zu beschleunigen. Durch diese Arbeit werden die ISO mit FDDI-PMD oder IETF mit RFCs für das Interim Local Management Interface (ILMI) in den Normierungsprozess einbezogen.

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