X.400/88
X.400/88
Das funktionale Modell von X.400/88 unterscheidet sich vom X.400/84 durch drei neue Objekte: Die Access Unit (AU), die Physical Delivery Access Unit (PDAU) und Message Store (MS). Die beiden AU-Objekte repräsentieren Gateways zu anderen Telematikdiensten und zu nicht konformen X.400-Systemen. Das Message Store dient der Speicherung von Mitteilungen, also der Archivierung.
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Funktionsmodell von X.400 nach der Version von 1988 ![]() |
X.400/88 ist in der Normierung konsequent den OSI-Empfehlungen gefolgt und ist daher, im Gegensatz zu X.400/84, nur noch auf der Anwendungsschicht angesiedelt. Das bedeutet, dass die Dienste des MTS und die zugehörigen Protokollbausteine als ASE neu beschrieben werden. Neben den Anwendungs-Dienstelementen ACSE, ROSE und RTSE sind die fünf MHS-spezifischen Dienstelemente MASE, MDSE, MRSE, MSSE und MTSE spezifiziert.
X.400/88 kennt drei P-Protokolle: Das P1-Protokoll ist das MTS Transfer Protocol, das P3-Protokoll ist bekannt als Zugangsprotokoll zum MTS und das P7-Protokoll als MS Access Protocol (MSAP), das den Zugang eines User Agent zum Message Store regelt. Die P-Protokolle P1, P3 und P7 werden für die X.400-spezifischen Anwendungs-Dienstelemente (MASE, MDSE, MSSE, MTSE) verwendet sowie für die anwendungsunabhängigen Dienstelemente ACSE, RTSE und ROSE.
Ebenfalls neu ist bei X.400/88 die Kommunikation mit Benutzergruppen, die auf Verteilerlisten (DL) möglich ist. Mitteilungen, die an die Verteilerlisten geschickt werden, werden direkt an alle Empfänger der Verteilerlisten gesandt.
Auch in den Sicherheits-relevanten Aspekten unterscheidet sich X.400/88 wesentlich von der Vorgängerversion. Die 88er Version definiert ein Modell für die sichere Übermittlung von Mitteilungen, das aus speziellen Sicherheitsdiensten besteht. Diese können durch die Nutzung von Sicherheitselementen bei der Implementation genutzt werden. Die Sicherheit in X.400/88 berücksichtigt alle unerlaubten Zugangsmöglichkeiten und bedient sich entsprechender kryptologischer Verschlüsselungsverfahren.
Mit der Entwicklung von X.500 wurde auch das Namens- und Adressierungskonzept in der 88er Version geändert. Die überarbeitete Empfehlung definiert, wie ein MHS-System einen Verzeichnisdienst verwenden soll und welche Informationen für die MHS-Anwendungen zu speichern sind.
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