Induktivität

L (inductivity)

Die Induktivität (L) ist ein frequenzabhängiges, passives elektronisches Bauelement, dessen induktiver Widerstand mit steigender Frequenz zunimmt. Aus der Bezeichnung Induktivität geht das Prinzip der magnetischen Induktion bzw. Selbstinduktion hervor, auf dem Induktivitäten, also Spulen, basieren.


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Strom- und Spannungsverlauf an einer Induktivität 
     nach dem Anlegen einer Spannung
Strom- und Spannungsverlauf an einer Induktivität nach dem Anlegen einer Spannung lexikon, kompendium, computer, it, elektronik

Fließt Strom durch eine Spule, dann ändern sich die magnetischen Feldlinien im Rhythmus des Stromflusses. Die magnetischen Feldlinien, die bei jedem Stromfluss auftreten, erzeugen in der Spule selbst eine Gegeninduktion oder Selbstinduktion. Eine solche Induktion wirkt einer Änderung des primären Magnetfeldes entgegen, wodurch die Strom exponentiell ansteigt, während die Spannung exponentiell abnimmt.

Kennwerte von Induktivitäten.

SMD-Drosselspule, 
     Baugröße 2220, Foto: Murata
SMD-Drosselspule, Baugröße 2220, Foto: Murata lexikon, kompendium, computer, it, elektronik
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Die Maßeinheit für die Induktivität ist das Henry (H), benannt nach dem amerikanischen Physiker (1797 bis 1878), Das Henry wird in Volt-Sekunde/Ampere oder Ohm-Sekunde angegeben und kann aus dem Einheitensystem (SI) abgeleitet werden. Eine Induktivität von 1 Henry erzeugt in einer Spule bei gleichförmiger Stromänderung von 1 Ampere (A) in einer Sekunde (s) eine Selbstinduktion von 1 Volt (V). Kleinere Induktivitätswerte werden mit den entsprechenden Präfixen in Millihenry, Mikrohenry und Nanohenry angegeben.

Die Induktivität einer Spule ist abhängig der Anzahl an Windungen, der Querschnittsfläche, der magnetischen Leitfähigkeit, der Permeabilität, und umgekehrt proportional der Spulenlänge. Da die Permeabilität linear in die Größe der Induktivität eingeht, kann diese durch einen Spulenkern mit höherer Permeabilität, beispielsweise einem Ferritkern, entsprechend erhöht werden.

Induktivitäten haben keinen realen Widerstand, sondern einen Blindwiderstand. Der induktive Blindwiderstand (X(L)) einer Spule ist direkt proportional zur Größe der Induktivität und der Frequenz. Er steigt also proportional mit höheren Frequenzen. Bei Gleichstrom entspricht der Widerstand einer Spule dem Leiterwiderstand.