EMV (Elektromagnetische Verträglichkeit)

EMC (electromagnetic compatibility)

Unter elektromagnetischer Verträglichkeit (EMV) wird die Fähigkeit eines Gerätes, einer Anlage (LAN) oder eines Systems bezeichnet, in einer elektromagnetischen Umwelt zufriedenstellend zu arbeiten. Dieses Gerät (Anlage, System) soll dabei selbst keine elektromagnetischen Störungen verursachen, die für alle in dieser Umwelt vorhandenen Apparate, Systeme und Anlagen unannehmbar wären.

Unter EMV werden Funkenstörungen, die Beeinflussung von Fernmeldeleitungen durch Starkstromanlagen, atmosphärische Entladungen, Lightning Electromagnetic Pulses (LEMP), von nuklearen elektromagnetischen Impulsen, Nuclear Electromagnetic Pulses (NEMP), und von Switching Electromagnetic Pulses (SEMP), die durch Schaltvorgänge entstehen, zusammengefasst.

Die internationale elektrotechnische Kommission (IEC) hat diese Forderungen im IEC-Standard 61000-1-1 definiert, und DIN in VDE 0870. In DIN IEC 50, Teil 902 wird beschrieben, dass die EMV aus informationstechnischer Sicht das gleichzeitige Vorhandensein eines Nutz- und Störsignals ohne Verlust der Information bedeutet.

Elektromagnetische Verträglichkeit 
     und Einstrahlung
Elektromagnetische Verträglichkeit und Einstrahlung lexikon, kompendium, computer, it, elektronik

Die europaweit gültige Vorgabe für die EMV ist im Elektromagnetisches Verträglichkeitsgesetz (EMVG) definiert und alle entsprechenden Vorgaben haben seit dem 1.1.1996 Rechtsverbindlichkeit. Die Standards für die EMV gelten in Bezug auf die Emission, EN 50081-1, als auch auf die Immunität, EN 50082-2, und zwar für den häuslichen sowie den kommerziellen Bereich. In den Standards EN 55022 und EN 60555 sind die Emissionen für Geräte beschrieben, als auch von Kabeln, die zum Betrieb der Geräte erforderlich sind. Den Nachweis über die Einhaltung der Europanorm für die Störstrahlung (EN 55022) und Störfestigkeit (EN 55024) erfolgt durch die Zertifizierung mit dem CE-Zeichen.

EN 50081-1 (DIN VDE 0839 Teil 81-1/3.93): Fachgrundnorm für die elektromagnetische Verträglichkeit. Diese Norm befasst sich in Teil 1 mit der Störaussendung im Wohnbereich, im Geschäfts- und Gewerbebereich sowie in Kleinbetrieben.

Die elektrische Störfeldstärke 
     für die verschiedenen EMV-Klassen
Die elektrische Störfeldstärke für die verschiedenen EMV-Klassen lexikon, kompendium, computer, it, elektronik

EN 55022 (DIN VDE 0878 Teil 3/11.89): In dieser Norm werden die Grenzwerte und Messverfahren für Funkstörungen von informationstechnischen Einrichtungen (ITE) behandelt. Für ein Gesamtsystem aus passiven und aktiven Komponenten sind Emissionsgrenzwerte festgelegt: Funkstörspannungen am Netzanschluss von 150 kHz bis 30 MHz (auf Leitungen gemessen) und elektrische Störfeldstärke im Bereich von 30 MHz bis 1000 MHz (im Abstand von 3 m, 10 m und 30 m gemessen). Die neuere Ausgabe, die im Oktober 2010 in Kraft tritt, schreibt EMV-Prüfungen bis 6 GHz vor. In dieser Norm werden der Messaufbau und die Messmethoden beschrieben. Die Norm unterscheidet zwei Klassen: Klasse A für kommerzielle Betriebe und Umgebungen unter Verwendung eines Schutzabstandes von 30 m, und Klasse B für Geräte und Einrichtungen, für die es keine Verkaufsbeschränkungen gibt.

DIN VDE 878 Teil 30: Zusätzlich zur EN 55022 werden die Grenzwerte der magnetischen Feldstärke im Bereich 1 kHz bis 30 MHz sowie die Funkstörspannungen auf Datenleitungen festgelegt.

EN 55011 (DIN VDE 0875 Teil 11/7.92): Diese Norm regelt die Grenzwerte und die Messverfahren für Funkstörungen von industriellen, wissenschaftlichen und medizinischen Hochfrequenzgeräten.

EN 50082-1 (DIN VDE 0839 Teil 82-1/3.93): Fachgrundnorm für die elektromagnetische Verträglichkeit. Diese Norm befasst sich in Teil 1 mit der Störfestigkeit im Wohnbereich, im Geschäfts- und Gewerbebereich sowie in Kleinbetrieben. Die derzeitigen Anforderungen bezüglich der EMV sind noch sehr lückenhaft, es besteht zudem keine eindeutige Gesetzgebung in Europa.

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