XMI (XML metadata interchange)

XML Metadata Interchange (XMI) realisiert ein von Herstellern und Middleware unabhängiges, offenes Austauschformat für Metadaten in verteilten Software-Strukturen auf Basis der Extensible Markup Language (XML).


Wie die Abbildung zeigt, wird dabei ein breiter Anwendungsbereich abgedeckt. Eines der primären Ziele von XMI ist es, den einfachen Austausch von Metadaten zwischen Modellierungs-Werkzeugen und Metadaten-Repositories - die jeweils auf den OMG- Standards basieren - in verteilten heterogenen Umgebungen zu ermöglichen. Mit XMI ist die Festlegung für ein sogenanntes Stream-basiertes Austauschformat geschaffen worden. Aufgrund des generischen Formats können somit eine Vielzahl von verschiedenen Modellen übertragen werden.

Austausch 
   mit XMI

Austausch mit XMI

Die Entwicklung von XMI

Die Anfänge von XMI gehen zurück bis ins Jahr 1998. Zu diesem Zeitpunkt wurde der erste Vorschlag von verschiedenen Unternehmen u.a. IBM und Oracle bei der Object Management Group (OMG) eingereicht. IBM implementierte auch das erste XMI-Toolkit im Juli 1999. Dem folgten im Jahr 2000 die Version 1.1 der Standardisierung durch die OMG - mittlerweile steht die Version 2.1.1 zur Verfügung, deren Spezifikation unter dem u.g. Link im Detail eingesehen werden kann. Erwähnenswert ist diese Chronologie vor allem deshalb, weil mit der Version 2.0 für die weitere Verbreitung des Austauschformates elementare Features standardisiert wurden:

  • Komplexe Verarbeitung von grafischen UML-Notationen,
  • Unterstützung der W3C Schema Description,
  • Xlinks-Verknüpfungen wurden realisiert,
  • Meta Object Facility (MOF) und UML Profiles wurden integriert,
  • Weitere Metamodelle sind verfügbar.
Die Charakteristika von XMI werden nachfolgend in einer Übersicht zusammengefasst:

  • XML-Technologie für die Abbildung - das Mapping - von Objekten und deren Beziehungen untereinander.
  • Ein Objektmodell wie zum Beispiel ein Datenbank-Schema oder ein Klassenschema in UML wird unter Erhaltung der untereinander bestehenden Beziehungen zwischen den Objekten standardisiert auf XML abgebildet.
  • Das Mapping zwischen der Metasprache des Objektmodells - zum Beispiel UML auf XML - muss definiert sein. Die OMG-Spezifikation MOF2XMI ist ein konkretes Beispiel.
  • Bei der Transformation - auch als Serialisierung bezeichnet - wird XML DTD oder XML Schema für die Übertragung und Prüfung des Datenstroms verwendet.
  • Damit ist es auch möglich, zur Laufzeit Objekte und Objekthierarchien in XMI-Dokumenten zu speichern, einzulesen oder auch zu generieren.
  • Häufig dient XMI als standardisiertes Austauschformat von UML-Modellen zwischen verschiedenen Tools - die intern eine proprietäre Darstellung der UML-Modelle besitzen.
  • XMI ist damit ein wichtiges Austauschformat im Zusammenhang mit modellgetriebener Softwareentwicklung (MDSD).
Die Vorteile eines Austauschformates wie XMI sind offensichtlich:

  • Nutzung des Internets und Entwicklung mit vorhandenen Industriestandards wie beispielsweise XML, UML oder MOF,
  • XMI ist einfach durch Hersteller in aktuelle Produkte integrierbar,
  • Barrieren zwischen inkompatiblen Anwendungen und Repositories werden überwunden.
Bei größeren Modellen ist der Export des gesamten Modells in eine XMI-Datei häufig nicht praktikabel, weil

  • die Export- und Importzeiten zu lang sind,
  • die Dateigrößen unhandlich sind,
  • eine inkrementelle Vorgehensweise nicht möglich ist.
http://www.omg.org/technology/documents/formal/xmi.htm

Informationen zum Artikel
Deutsch:
Englisch: XML metadata interchange - XMI
Veröffentlicht: 16.11.2013
Wörter: 471
Tags: #Web-Software
Links: Austauschformat, Dateigröße, DTD (document type definition), Internet, Laufzeit