Spoofing

  1. In der Netzwerktechnik ist Spoofing eine Technik zur Reduzierung des Bandbreitenbedarfs im Internetworking. Mit dieser Technik wird der Netzwerk-Overhead reduziert und dadurch werden die Kosten bei der Übertragung über Weitverkehrsnetze ebenso wie die Netzauslastung gesenkt. Das Spoofing reduziert zyklisch gesendete Nachrichten, wie Netzwerkmanagement-Informationen, dadurch, dass ein Router als Proxy arbeitet und für ein angeschlossenes Remote-Gerät antwortet. Durch das Spoofing erscheint dem LAN-Gerät beispielsweise eine Verbindung als noch bestehend, obwohl sie bereits abgebaut wurde. Das hat bei Weitverkehrsverbindungen den Vorteil, dass eine Verbindung beim Ausbleiben von Nutzdaten nach einer gewissen Zeit abgebaut werden kann, obwohl sie normalerweise durch die zyklischen Management-Datenpakete aufrechterhalten bleiben müsste.
  2. In der Internet-Terminologie hat Spoofing eine eigene Bedeutung, und zwar die Angabe einer falschen Adresse. Durch die falsche Internetadresse täuscht jemand vor, ein autorisierter Benutzer zu sein. Maßnahmen gegen das Spoofing, die den Missbrauch von IP-Adressen verhindert, nennt man Anti-Spoofing.


    Es gibt das IP-Spoofing, DNS-Spoofing, WWW-Spoofing, Address Spoofing und ARP-Spoofing, die mit simulierter IP-Adresse anhand der Host-Adresse oder des Domainnamen oder mit der Zuordnung zwischen IP- und Hardware-Adresse fungieren.
  3. Als weitere Spoofing-Technik ist das MAC Address Spoofing oder MAC Spoofing zu nennen. Bei dieser Technik geht es um die herstellerseitig fest eingestellte MAC-Adresse auf der Netzwerkkarte, die normalerweise nicht geändert werden kann. Es gibt allerdings Tools, die gegenüber dem Betriebssystem eine andere MAC-Adresse vortäuschen. Das hat zur Folge, dass sich die Identität des Computers ändert.
  4. Als weiteres Spoofing ist das E-Mail-Spoofing zu nennen. Dabei wird der Header mit der E-Mail-Adresse ausgetauscht und so der Eindruck vermittelt, dass die E-Mail von einem anderen Absender abgeschickt wurde. Diese Technik wird von Spammern benutzt um Spams zu versenden und die Empfänger der Spams zu Aktionen zu verleiten, beispielsweise zum Öffnen eines Anhangs. Das Mail-Spoofing wird durch das Simple Mail Transfer Protocol (SMTP), mit dem die meisten Mails übertragen werden, erleichtert, weil es keinen Authentifizierungsmechanismus besitzt.
  5. Das Spoofing, die Verschleierung oder Manipulation der eigenen Identität, wird auch in der Mobilkommunikation angewandt, und zwar als SMS-Spoofing. Dabei werden die eigenen Absenderdaten durch vorgetäuschte Namen, Jokes, Zahlen oder eigenwillige Imitate wie "Bundeskanzlerin" oder "Papst", ersetzt. Die Ziele von SMS-Spoofing können vielfältig sein, so geht es den Einen um den Spaß, anderen um Betrug und die Ermittlung von geheimen Konten- oder Identitätsnummern, und wieder anderen um den Versand von Viren.

    Die Nutzung des Kurznachrichtendienstes (SMS) mit vorgetäuschten Identitäten ist in einigen Ländern strafbar.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Spoofing
Englisch: spoofing
Veröffentlicht: 24.10.2017
Wörter: 411
Tags: #Gefahrenpotential #Cybercrime
Links: Adresse, BS (Betriebssystem), Computer, Domainname, E-mail (electronic mail)