Speichermedium

Unter Speichermedien versteht man den Träger, auf dem oder in dem Informationen gespeichert werden können. Seit den Anfangsjahren der Speicher- und Rechnertechnik haben sich die Speichermedien dramatisch verändert. So wurden in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts Daten für die Langzeitnutzung als Lochmuster auf Papier oder Karton gespeichert. Daten für den kurzzeitigen Abruf wurden mit Relais und später mit Flipflops und Kernspeichern festgehalten. Es folgten die Speichermedien mit magnetischen Speicherverfahren, zuerst die Magnetplatten und Magnetbänder, später die Festplatten und Disketten.

Ferritperlen eines klassischen Kernspeichers 
   mit Schreib- und Lesedrähte, Foto: ZDV

Ferritperlen eines klassischen Kernspeichers mit Schreib- und Lesedrähte, Foto: ZDV

Früher gehörten die Speichermedien zu den teuersten Komponenten eines Rechners. Da kostete ein Megabyte eines Kernspeichers durchaus einige tausend oder zehntausend Deutsche Mark. Dementsprechend wurden auch die Betriebssysteme und die Anwendungsprogramme so konzipiert, dass sie möglichst wenig Speicherplatz benötigten. Erst die Halbleiterleitertechnik hat mit dem Random Access Memory (RAM) und das Read Only Memory (ROM) die Kurzzeit- und Festwertspeicher revolutioniert; produktionstechnisch, größenmäßig und vor Allem kostenmäßig.

Übersicht über die verschiedenen Speicherverfahren und -medien

Übersicht über die verschiedenen Speicherverfahren und -medien

In der Speicherentwicklung folgte eine Vielzahl an RAM- und ROM-Versionen und diverse Flashspeicher. Parallel dazu wurden optische und magneto-optische Speichermedien entwickelt: Compact Discs (CD) gefolgt von Digital Versatile Discs (DVD), HD-DVDs und Blu-Ray-Discs. Diese Technologien wurden von weiteren interessanten Entwicklungen wie der Speicherung auf holografischer Basis, dem Blasenspeicher oder dem Memristor begleitet.

Aus den verschiedenen Technologien sind die unterschiedlichsten Produkte hervorgegangen. So die Bandlaufwerke für die Informations- und Videotechnik, die vielen unterschiedlichen Packages für die Halbleiterspeicher, Flash-Speicher, Speicherkarten, Magnetkarten, Smartcards, SIM-Karten und für viele weitere Produkte.

Speichermedien werden hinsichtlich der Speicherkapazität, der Zugriffszeit, der Archivierungsmöglichkeit für die Kurzzeit- und Langzeitarchivierung, ihrer Beschreib- und Wiederbeschreibbarkeit, der Kosten und der Lebensdauer klassifiziert.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Speichermedium
Englisch: storage media
Veröffentlicht: 24.02.2017
Wörter: 296
Tags: #Speichertechnik
Links: Anwendungsprogramm, Bandlaufwerk, BS (Betriebssystem), Blasenspeicher, Blu-Ray-Disc
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