SIP (session initiation protocol)

Das Session Initiation Protocol (SIP) ist ein Signalisierungsprotokoll aus dem Jahr 1999, das von der Internet Engineering Task Force (IETF) für Sitzungen mit zwei und mehr Teilnehmern standardisiert wurde. Über das SIP-Protokoll können Sitzungen aufgebaut, modifiziert und beendet werden. Das textorientierte SIP-Protokoll, das auf HTTP basiert, dient der Übertragung von Echtzeitdaten über paketgestützte Netze. Das SIP-Protokoll ist funktional vergleichbar dem H.323-Protokoll und legt die Verbindungsmodalitäten für interaktive Kommunikationsdienste einschließlich der Internettelefonie (VoIP) über IP-Netze fest.


Das Session Initiation Protocol ist einfacher aufgebaut als H.323, es ist skalierbar durch ein Transaktionsmodell statt eines Verbindungsmodells und kann Secure Socket Layer (SSL) und Transport Layer Security (TLS) für die Sicherheit nutzen. Das SIP-Protokoll ergänzt andere Kommunikationsprotokolle wie das Realtime Transport Protocol (RTP) und das Realtime Streaming Protocol (RTSP). Zum Aufbau einerTeilnehmerverbindung benutzt das SIP-Protokoll nicht die IP-Adresse des Teilnehmers, weil sich diese ändern kann, sondern eine eigene SIP-Adresse, die in der Struktur ähnlich einer E-Mail-Adresse ist.

SIP-Services

SIP-Services

Die SIP-Informationen können über das TCP-Protokoll oder das UDP-Protokoll transportiert werden. Das SIP-Protokoll besitzt eine offene Internet-basierende Struktur und ermöglicht CLASS-Features ( Custom Local Area Signalling Service) wie etwa die Übermittlung der Identität des Anrufers oder die Anrufweiterleitung in IP-basierten Netzen. Des Weiteren das Halten von Anrufen, Wartemusik, Anruf-Transfer mit Rückfrage, Anrufweiterleitung, das Heranholen von Anrufen, das Einleiten von Konferenzschaltungen, die Rufwiederholung u.v.m. Durch die offene Struktur können neue Leistungsmerkmale schneller und einfacher implementiert werden als beim konventionellen Fernsprechnetz (PSTN). Das SIP-Protokoll ist verantwortlich für die Gesprächssignalisierung, das Lokalisieren von Anwendern und die Registrierung. Es ist sicherer als H.323, weil es nur zwei definierte TCP-Ports verwendet, während H.323 die ganze Bandbreite dynamischer Ports benötigt. Die Dienstgüte, Verzeichniszugriffe und die Sitzungsprozeduren werden von anderen Protokollen übernommen.

Das SIP-Protokoll wurde ursprünglich für die Übertragung von Gerät zu Gerät konzipiert und nicht als Netzwerkprotokoll, es wird aber durch die Entwicklungen immer mehr zu einem Web-basierten Anwender-Verwaltungsdienst.

Das SIP-Protokoll stammt von der IETF und ist in RFC 3261 beschrieben.

Informationen zum Artikel
Deutsch: SIP-Protokoll
Englisch: session initiation protocol - SIP
Veröffentlicht: 26.10.2017
Wörter: 346
Tags: #IP-Protokolle #Signalisierungsprotokoll
Links: Anruf, Bandbreite, CLASS (custom local area signalling service), DID (direct inward dialing), Einbuchen