Redundanz

Redundanz bedeutet übermäßig, überflüssig. In der Technik benutzt man Redundanzverfahren zur Sicherstellung von Daten, Übermittlungsstrecken, Netzen und Geräten. Die Redundanz ist untrennbar mit der Verfügbarkeit verbunden und kann sich gleichermaßen auf die Redundanz von Daten, Protokollen, Netzinfrastrukturen und Systemkomponenten beziehen.


  1. Bei der Datenübertragung und in Datenbeständen spricht man dann von Redundanz, wenn ein Teil des Informationsinhaltes einer Nachricht eliminiert werden kann, ohne dass dadurch der Nachrichteninhalt beeinträchtigt wird. Durch das Weglassen von redundanten Daten entsteht kein Informationsverlust. In der Übertragungstechnik wird häufig eine Redundanz zur Fehlererkennung als Prüf- und Paritätsbits hinzugefügt.
  2. Übertragungstechnisch wird die Redundanz durch geeignete Redundanz-Protokolle sichergestellt. Diese ermitteln dann einen redundanten Übertragungsweg, wenn der benutzte Übertragungsweg überlastet oder fehlerhaft ist. Bekannte Redundanz-Protokolle sind das Spanning-Tree-Protokoll (STP), das Virtual Router Redundancy Protocol (VRRP) und Ethernet Automatic Protection Switching (EAPS).
  3. Die Voraussetzung für den Einsatz von Redundanzprotokollen ist nur dann möglich, wenn die Netzinfrastruktur Alternativwege vorsieht, die im Fehlerfall genutzt werden. Dies kann wie beim Bypass erfolgen, wo ein direkter Parallelweg geschaltet wird, oder bei den Doppelring-Strukturen, wo der Ring im Fehlerfall in entgegengesetzter Richtung betrieben wird. Um eine hohe Verfügbarkeit oder Hochverfügbarkeit zu gewährleisten, sehen Netzinfrastrukturen redundante Netze oder Verbindungen vor. Mit High Availability Seamless Redundancy (HSR) und Parallel Redundancy Protocol (PRP) gibt es zwei Redundanzprotokolle für industrielle Netze, die mit redundanten Netzen arbeiten.
  4. Im Komponenten- und Systembereich bezieht sich die Redundanz auf den Einsatz von mehreren Komponenten, Übertragungsstrecken, Server mit identischer Funktion oder auf einen Verfügbarkeitsverbund. Die Komponenten oder Geräte arbeiten vollkommen parallel, wobei allerdings ein aktives Gerät die Anwendungen abarbeitet, das andere im Standby läuft und im Fehlerfall die Aufgaben des aktiven Gerätes übernimmt.
  5. In der Web-Terminologie steht Redundanz für das häufigere Vorhandensein der gleichen Informationen oder Textpassagen. Bei der Bewertung von Webseiten mit einem hohen redundanten Anteil, werden diese negativ bewertet. Bezieht sich die Redundanz auf Duplicated Content, dann wirkt sie sich besonders negativ aus. Gleiches gilt für Doorway Pages ohne eigenen Informationswert.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Redundanz
Englisch: redundancy
Veröffentlicht: 20.11.2015
Wörter: 347
Tags: #Übertragungstechniken der Datenkommunikation #Datenschutz
Links: Bypass, Daten, DÜ (Datenübertragung), Doorway Page, Duplicated Content