PAL (phase alternation line)

Phase Alternating Line (PAL) ist eine Fernsehnorm, die in einigen europäischen und wenigen außereuropäischen Ländern für die Fernsehübertragung eingesetzt wird. Das wesentliche Kennzeichen von PAL ist die von Zeile zu Zeile umgeschaltete Phasenlage des Farbanteils des Bildes. In Deutschland wird PAL mit 625 Zeilen bei 25 Vollbildern, respektive 50 Halbbildern pro Sekunde übertragen. Daraus ergibt sich eine Zeilenfrequenz von 15,625 kHz.

Zeilenweise Abtastung eines Videobildes nach dem Zeilensprungverfahren

Zeilenweise Abtastung eines Videobildes nach dem Zeilensprungverfahren

Das unbunte Bild, die so genannte Luminanz (Y), wird mit Einseitenbandmodulation, der Farbanteil des Bildes, die Chrominanz (C), ebenfalls in Amplitudenmodulation und der Ton in Frequenzmodulation übertragen. Das Chrominanzsignal besteht aus den zwei Farbdifferenzsignalen "U" und "V", die in der Bandbreite gegenüber dem Luminanzsignal reduziert sind und in einer Phasenmodulation mit einem Phasenwinkel von 90° moduliert werden. Da das Chrominanzsignal im Frequenzbereich des Helligkeitssignals übertragen wird, wurde die Trägerfrequenz für die Modulation der beiden Farbkomponenten so gewählt, dass sich eventuelle Einflüsse auf dem Bildschirm über mehrere Vollbilder kompensieren. Darüber hinaus wird der Farbträger von 4,433 MHz unterdrückt.

Videonormen im Vergleich

Videonormen im Vergleich

Die Darstellung des Bildes erfolgt zeilenmäßig von links nach rechts und bildmäßig von oben nach unten. Ein Vollbild besteht aus zwei Halbbildern, wobei in einem Halbbild die ungeraden Zeilen (1, 3, ..) abgetastet werden, in dem folgenden die geraden Zeilen (2, 4, ..). Dieses Verfahren nennt sich Zeilensprungverfahren oder Interlace.

Das PAL-Fernsehbild hat ein Bildseitenverhältnis von 4:3, die Pixel sind quadratisch. Für Fernsehen im Bildseitenverhältnis von 16:9 wurde 1991 PALplus vorgestellt.

Spezifikationen 
   für das PAL-Signal nach CCIR

Spezifikationen für das PAL-Signal nach CCIR

Beim Digitalisieren des PAL-Signals setzt man eine vertikale Auflösung von 576 Bildpunkten voraus, entsprechend den 575 sichtbaren Zeilen. Das bedeutet bei einem Bildseitenverhältnis von 4:3 eine horizontale Auflösung von 768 Bildpunkten. Diese Werte sind u.a. Bestandteil des CCIR-Dateiformats, das als Referenz bei der Digitalisierung von Fernsehsignalen benutzt wird.

Informationen zum Artikel
Deutsch: PAL-Fernsehstandard
Englisch: phase alternation line - PAL
Veröffentlicht: 24.09.2012
Wörter: 302
Tags: #Fernsehen #Darstellformate
Links: 576 Zeilen, AM (amplitude modulation), Auflösung, Bandbreite, Bildschirm
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