DRM (digital radio mondiale)

Digital Radio Mondiale (DRM) ist vom Ansatz her ähnlich Digital Audio Broadcast (DAB) und setzt auf den klassischen AM-Bereich von Langwelle, Mittelwelle und Kurzwelle. Da die bisherige Übertragungsqualität stark durch Verzerrungen, Rauschen und Intermodulationen beeinträchtigt ist, kann hier mittels Digital-Rundfunk Abhilfe geschaffen werden.

Die Wiedergabequalität entspricht in den genannten Rundfunkbereichen der von UKW-Rundfunk. Entsprechende Testsendungen unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Wellenausbreitung wie Raumwelle und Bodenwelle verdeutlichen, dass DRM-Radio in Konkurrenz zu UKW treten kann und für den stationären und mobilen Empfang geeignet ist. Das European Telecommunications Standards Institute (ETSI) hat die Spezifikationen für das DRM-Radio in den technischen Standard TS 201 980 veröffentlicht.

Frequenzbereiche 
   und Bandbreiten der verschiedenen analogen und digitalen Rundfunksysteme

Frequenzbereiche und Bandbreiten der verschiedenen analogen und digitalen Rundfunksysteme

Übertragungsverfahren für DRM-Radio

Als Übertragungsverfahren benutzt DRM-Radio Coded Orthogonal Frequency Division Multiplex (COFDM), kombiniert mit dem Equal Error Protection (EEP) für die Fehlersicherung und der Audiokompression. Bei dieser hat man sich für die MPEG-4 AAC-Kompression mit Spectral Band Replication (SBR) entschieden. Bei Sprachübertragungen benutzt man MPEG-4 Code Excited Linear Prediction (CELP) oder Harmonic Vector Excitation (HVXC). Die Anzahl der Trägersignale und der Symboldauer hängen von den vier möglichen Betriebsmodi ab, die bei unterschiedlichen Ausbreitungsbedingungen die Übertragungsqualität bestimmen.

Aufbau des gemultiplexten Superframes von Digital Radio Mondial (DRM)

Aufbau des gemultiplexten Superframes von Digital Radio Mondial (DRM)

Die DRM-Technik ist so konzipiert, dass sie die vorhandenen AM-Frequenzbänder und -kanäle nutzt, also mit den vorhandenen Bandbreiten von 9 kHz bzw. 10 kHz arbeitet. Bei einer Kanalbandbreite von 9 kHz liegt die Übertragungsrate für die Nutzdaten je nach Schutzklasse zwischen 7,6 kbit/s und 30,8 kbit/s. Daneben bietet die Technik Betriebsarten für sehr schmale Frequenzbänder von 4,5 kHz und 5 kHz und für Bandbreiten von 18 kHz und 20 kHz. Bei einer Sendebandbreite von 10 kHz können mit diesen Techniken Audiosignale mit 15 kHz Bandbreite übertragen werden.

Audio- und Datenübertragung in DRM-Radio

Testsendungen 
   von DRM-Radio

Testsendungen von DRM-Radio

Neben Audio können zusätzlich digitale Daten übertragen werden, die auf entsprechenden Displays Informationen über den Musiktitel und den Interpreten geben. Ebenso können weitere Informationsdienste für Verkehrs- und Wetterinformationen, aktuelle Nachrichten oder Wirtschaftsnachrichten u.a. integriert werden. Dementsprechend setzt sich das DRM-Frame aus mehreren Service- und Channel-Frames zusammen. Dabei entstehen mehrere Frame-Formate: Das Transmission Frame, das je nach Betriebsmodi 15, 20 oder 24 Symbole umfassen kann und das daraus gebildete Superframe. Das Transmission Frame besteht aus dem Main Service Channel (MSC), dem Fast Access Channel (FAC) und hat zu Beginn den Service Description Channel (SDC).

Da DRM-Radio über die vorhandenen Sende-Infrastrukturen abgestrahlt werden kann, sind nur geringe Investitionen für die Umrüstung aufzubringen. Empfangsseitig wird ein neuer Empfänger benötigt. Allerdings sind, nachdem wichtige Rundfunksender, wie die Deutsche Welle und BBC nicht mehr auf Kurz- und Mittelwelle senden, die Zukunftsperspektiven nicht sehr optimistisch.

Logo von DRM-Radio

Logo von DRM-Radio

Das DRM-Radio wurde bereits auf den UKW-Bereich bis 120 MHz ausgedehnt und hat die Bezeichnung DRM+. Mit dem im UKW-Rundfunk vorhandenen Kanalraster von 100 kHz werden Übertragungsraten von 186 kbit/s und Bandbreiten von 96 kHz realisiert.

Informationen zum Artikel
Deutsch: DRM-Radio
Englisch: digital radio mondiale - DRM
Veröffentlicht: 30.10.2013
Wörter: 492
Tags: #Rundfunk
Links: AAC (advanced audio coding), Audiokompression, Bandbreite, BBC (buffer-to-buffer credit), Bildschirm
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