Biegeradius

Der Begriff Biegeradius wird in der Verkabelungs- und bei flexiblen Leiterplatten verwendet. Was die Kabeltechnik betrifft, so wird der Kennwert Biegeradius gleichermaßen für Kabel mit metallischen Leitern wie TP-Kabel oder Koaxialkabel benutzt und auch für Kabel mit Lichtwellenleitern.


  1. In der Verkabelung versteht man unter dem Biegeradius die geringste Krümmung, die ein Kabel bei der Verlegung einnehmen darf, ohne dass sich die Kabeleigenschaften ändern. Die Biegeradien werden in Relation zum Kabeldurchmesser angegeben und hängen von dem Übertragungsmedium ab, beim Koaxialkabel vom Kabelaufbau und bei Lichtwellenleitern von dessen Art und Struktur.

    Wenn man von Biegeradius spricht, meint man immer den kleinstmöglichen Biegeradius. Bei Lichtwellenleitern liegen die Herstellerangaben für den minimalen Biegeradius, den Minimum Bend Radius, beim zehnfachen Außendurchmesser des LwL-Kabels. Nach dieser Faustformel hat beispielsweise ein Lichtwellenleiter mit einem Außendurchmesser von 5 mm einen Biegeradius von ca. 5 cm.

    Anders ist es bei Koaxialkabeln. Hier ist der Biegeradius abhängig von der Art der Schirmung. Für einfach geschirmte Koaxialkabel gilt der 5-fache Kabeldurchmesser, bei doppelt geschirmten der 10-fache. In der EN-Kabelnorm wird ein niedrigerer Wert angegeben, der dem 4-fachen Wert des Kabeldurchmessers entspricht.

    Generell gelten die Herstellerangaben, die häufig auch noch zwischen dem Biegeradius während der Verlegung und für das befestigte Kabel unterscheiden. Auf diese Spezifikationen ist zu achten, da bei extrem stark gekrümmten Lichtwellenleitern Licht auch über das Mantelglas entweichen kann.
  2. Der Begriff Biegeradius wird auch in der Leiterplattentechnik verwendet, und zwar bei flexiblen Leiterplatten.

    Bestimmung des Biegeradius von Flexleiterplatten

    Bestimmung des Biegeradius von Flexleiterplatten

    Wie bei den Kabeln gibt der Biegeradius den kleinsten Krümmungsradius an, bei dem sich keine Übertragungseigenschaften ändern. Der Wert für den Biegeradius von Flexible Printed Circuits (FPC) ist abhängig von der Anzahl an Lagen und der Dicke der flexiblen Leiterplatte. Bei einlagigen Flexleiterplatten setzt man die 6-fache Leiterplattendicke an, bei Multilayer-Flexleiterplatten den 15- bis 25-fachen Wert.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Biegeradius
Englisch: bending radius
Veröffentlicht: 29.10.2017
Wörter: 310
Tags: #Lichtwellenleiter-Parameter
Links: FPC (flexible printed circuit), Kabel, KxK (Koaxialkabel), Leiter, Lp (Leiterplatte)